Wasserstoffkoordination Emscher-Lippe

Wasserstoff ist das Bindeglied zwischen Industrie und Klimaschutz. Nur durch den Einsatz von Wasserstoff können die Pariser Klimaziele mit industrieller Produktion in Einklang gebracht werden.

Vor diesem Hintergrund hat das Wirtschaftsministerium Nordrhein-Westfalens die WIN Emscher-Lippe GmbH mit der Koordination der Wasserstoffaktivitäten in der Region beauftragt, um einen Beitrag zur Erhaltung industrieller Arbeitsplätze zu leisten und nachhaltig Wertschöpfung zu schaffen. Dieses Projekt wird durch die Europäische Union und das Land Nordrhein-Westfalen finanziell gefördert.

 

Das Angebot der WIN an die Akteure in der Region

Die Wasserstoffkoordination Emscher-Lippe hat zum Ziel, eine Wasserstoffstrategie für die Region als wichtigen Baustein zur Umsetzung der Wasserstoffroadmap des Landes NRW und der Wasserstoffstrategie des Bundes in Abstimmung mit allen relevanten Akteuren zu erstellen.

 

 

Es bedarf der Entwicklung der Technologien und Komponenten im Bereich Elektrolyse und Brennstoffzelle, der sektorübergreifenden Anwendung in der Energieversorgung, der Industrie, der Mobilität und der klimafreundlichen Quartiersentwicklung. Parallel geht es um den Auf- bzw. Umbau einer Infrastruktur, die die weniger dicht besiedelten Gebiete im Norden der Region, die windreichen Standorte an und auf der Nordsee und die Häfen Antwerpen und Rotterdam als Strom- und Wasserstoffquellen mit der Wasserstoffsenke an Emscher und Lippe verbindet.

Dabei verfolgt die WIN das strategische Ziel, aus den bisher zahlreichen in der Region vorhandenen, noch weitgehend unabgestimmt nebeneinander bestehenden unternehmerischen Initiativen, Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten sowie Wirtschaftsförderungansätzen und Klimaschutzplänen einen strategischen Verbund und eine gemeinsame Wasserstoffstrategie Emscher-Lippe zu entwickeln. Sie kann dabei auf andere Kompetenzfelder der WIN wie Chemsite, SmartRegion und Prosperkolleg (zirkuläre Wertschöpfung) zurückgreifen.

Die beiden Koordinatoren Dr. Babette Nieder und Dr. Klaus Rammert-Bentlage verfügen über langjährige Erfahrung im Bereich von Innovationstransfer, Projektmanagement und Wasserstoffentwicklung und bieten an

  • den Informationsfluss zwischen den Akteuren und das Wissensmanagement zu Projekten und Fördermitteln u.a. durch einen Newsletter sicherzustellen.
  • die vorhandenen Initiativen und Projekte, insbesondere des h2 netzwerk ruhr e.V., die working group H2 der Bezirksregierung und den Steuerungskreis Wasserstoffregion Emscher-Lippe zu unterstützen.
  • die Wasserstoffaktivitäten mit Hilfe eines regelmäßig aktualisierten Portfolios zu monitoren.
  • unterschiedliche Veranstaltungsformate für die Fachöffentlichkeit und politisch Verantwortliche sowie die Sensibilisierung der breiten Öffentlichkeit zu organisieren.

Die bei der Wirtschaftsförderung Emscher-Lippe angesiedelten Wasserstoffkoordinatoren verstehen sich als Dienstleister für die Akteure aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Gesellschaft. Eine wichtige Aufgabe ist die Vernetzung von Großunternehmen, KMU und start-ups und die Stärkung bereits vorhandener Netzwerke, um die Emscher-Lippe Region als führende Wasserstoffkompetenzregion in Deutschland zu positionieren.

 

Weitere Informationen zum Thema Wasserstoff

Die Emscher-Lippe-Region hat mit den Schwerpunkten Chemie, Energie und Metallverarbeitung den richtigen Branchenmix und eine gute Infrastruktur. Das Energieinstitut der Westfälischen Hochschule und das Technologiezentrum h2herten sind Nukleus für innovative Wasserstofftechnologien.

Das h2-netzwerk-ruhr e.V. mit Sitz in Herten vertritt 47 Mitglieder aus Kommunen, Unternehmen und Forschung der gesamten Metropole Ruhr.

Neue innovative Anwendungsideen und Geschäftsmodelle können entstehen, unternehmerisch erprobt und in neue Märkte eingespeist werden. Die große Bandbreite der oben skizzierten Anwendungsmöglichkeiten sorgt für einen Nutzen in nahezu jeder produzierenden Branche und entwickelt eine Sogwirkung in die industrienahen Dienstleistungen hinein. Eine Abkopplung der Wirtschaft von Kohle, Öl und Gas führt zu einer wachsenden Unabhängigkeit von volatilen Märkten und somit zu einer erhöhten Resilienz der Wirtschaft vor Ort.

Um die Klimaziele von Paris zu erreichen, damit der schon jetzt deutlich spürbare Klimawandel beherrschbar wird, hat die Bundesregierung verbindliche Ziele für die Senkung der CO2-Emissionen in den Bereichen Energie, Industrie, Gebäude, Mobilität und Landwirtschaft gesetzt.

Im Bereich Energie soll die Stromversorgung 2030 zu 65% aus regenerativen Quellen gedeckt werden. Aufgrund der ausgeprägten, nicht zu beeinflussenden Schwankung in der Erzeugung von Wind- und Photovoltaik-Strom müssen große Mengen Strom gespeichert bzw. gewandelt werden. Dies erfordert, Überschüsse zu speichern, indem sie über Elektrolyse in Wasserstoff gewandelt werden. Speicherbare Energieträger und Nutzungspfade bedienen den Bedarf nach erhöhter Versorgungssicherheit, komplettieren bedarfsgerecht das fluktuierende Angebot an erneuerbarer Energie, flexibilisieren den Energiemarkt und tragen zur Netzstabilisierung bei. Durch die Sektorenkopplung kann der Wasserstoff in Industrie und Gebäuden auch als Wärmequelle dienen und dort fossile Brennstoffe substituieren. Auch in der Mobilität kann Wasserstoff mithilfe von Brennstoffzellen umwelt- und klimaschonende Antriebe vor allem für Langstrecken und hohe Lasten bereitstellen, wo batteriegetriebene Elektromotoren an ihre Grenzen stoßen (Flugzeuge, Schiffe, Züge, Busse, LKW). Schließlich können neue Verfahren der stofflichen Nutzung von Wasserstoff die CO2-Emissionen der Grundstoffindustrie vor allem in der Stahl- und Metallindustrie und der Chemie („power to chemicals“) ersetzen.

Auf dem Emscher-Lippe-Gipfel im Oktober 2019 haben alle zentralen Akteure den Willen erklärt, Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie als Treiber des Strukturwandels zu nutzen. Am 11. Dezember 2019 übergab die Regierungspräsidentin Dorothee Feller den Förderbescheid von 570.000 Euro aus Mitteln des Landes und der EU.

Für Regierungspräsidentin Feller ist die Wasserstofftechnologie „ein zentraler Baustein für den Umbau zu einer von Innovation getragenen Region.“

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Joachim Beyer (Geschäftsführer der WiN), Regierungspräsidentin Dorothee Feller, Landrat Cay Süberkrüb, Bernd Groß (Geschäftsführer der WiN), Dr. Klaus Rammert-Bentlage (Wasserstoffkoordinator) Bild: Brigitte Berkau

 

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Projektinformationen

Dieses Projekt wird durch die Europäische Union und das Land Nordrhein-Westfalen finanziell gefördert.

 

Ihre Ansprechpartner

Dr. Babette Nieder
E-Mail: babette.nieder@emscher-lippe.de
Telefon: 02366109838

 

Dr. Klaus Rammert-Bentlage
E-Mail: klaus.rammert-bentlage@emscher-lippe.de
Telefon: 02366109831