vlnr.: Claudia Braczko/Runder Tisch Rentfort-Nord, Burkhard Drescher/Geschaeftsfuehrer Innovation City Management GmbH, Landrat Cay Sueberkrueb, Buergermeister Ulrich Roland, Juergen Dyhringer/Quartiersmanager Rentfort, Dr.-Ing. Rainer Norten; Foto: ICM

Start des „InnovationCity roll out“ in Gladbeck

Auftakt zur 6-monatigen Konzeptphase im Quartier Rentfort-Nord

GLADBECK. Bürgermeister Ulrich Roland verkündete heute den offiziellen Startschuss für den „InnovationCity roll out“ (ICro) im Gladbecker Quartier Rentfort-Nord. Gemeinsam mit Burkhard Drescher, Geschäftsführer der Innovation City Management GmbH, sowie Landrat Cay Süberkrüb, Vorsitzender des Aufsichtsrats der WiN Emscher-Lippe Gesellschaft zur Strukturverbesserung mbH, stellte Bürgermeister Roland das Projekt und die Zielsetzung der Öffentlichkeit vor. In enger Kooperation mit der Stadtverwaltung und weiteren Akteuren aus der Stadt und dem Quartier entwickelt die Innovation City Management GmbH (ICM) in den folgenden sechs Monaten ein integriertes Quartierskonzept für Rentfort-Nord.

Darin enthalten sind verschiedene Bausteine, die für eine erfolgreiche Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen notwendig sind. Neben der Grundlagenermittlung stehen das energetische Sanierungskonzept und das Energieversorgungskonzept im Zentrum der fachplanerischen Arbeit. Gleichzeitig werden für das Quartier ein Akteursaktivierungs- und Kommunikationskonzept entwickelt. „Wir freuen uns, dass nach dem erfolgreichen Auftakt in Bottrop nun auch in Rentfort-Nord der Grundstein für einen klimagerechten Stadtumbau gelegt wird“, erklärt Bürgermeister Roland. „Das Konzept, das wir gemeinsam entwickeln wollen, und die anschließend angestrebte Umsetzung sind die konsequenten nächsten Schritte zur ganzheitlichen Entwicklung des Quartiers und bauen auf unseren bisherigen Planungen und Aktivitäten auf. Wir freuen uns, dass wir dann mit diesen Erfahrungen auch die Stadtmitte als zweites Gladbecker InnovationCity-Projekt umsetzen können.“

Das Quartier Rentfort-Nord

Rentfort-Nord ist ein in den 70er-Jahren am Reißbrett als Stadterweiterung geplanter Stadtteil mit einer Fläche von ca. 82 Hektar und rund 5.000 Einwohnern. Er zeigt sich heute in durchmischten Wohnstrukturen in einem Mix von freistehenden Einfamilienhäusern, Atriumbungalows, Reihenhäusern über Geschosswohnungen bis hin zu einzelnen Punkthochhäusern mit zum Teil erheblichem energetischem Erneuerungsbedarf. Das Gebiet wies Anfang der 2000er-Jahre negative demografische und ökonomische Entwicklungen auf, die sich insbesondere in punktuell massiven Leerständen im Geschosswohnungsbau und im Einzelhandel sowie durch Mängel im Wohnumfeld und eine einhergehende Imageverschlechterung darstellten. Nach Erarbeitung eines städtebaulichen Entwicklungskonzeptes wurden ab 2006 im Stadtteil mit Hilfe des Förderprogrammes Stadtumbau-West verschiedene Maßnahmen umgesetzt. Dazu zählen unter anderem der Einsatz eines Quartiersmanagements, eine aktivierende Bürgerbeteiligung und die Realisierung umfassender baulicher und integrationsfördernder Projekte.

In Rentfort-Nord startet der ICro-Prozess

Rentfort-Nord und Hamm-Weststadt sind die ersten beiden Quartiere im Rahmen des ICro, in denen nun ein Konzept zur Steigerung der Energieeffizienz und zur ganzheitlichen Quartiersentwicklung erstellt wird. „Wir stehen schon seit einiger Zeit in engem Kontakt mit der Stadtverwaltung, um die Erfahrungen aus der angrenzenden Modellstadt Bottrop auch in Gladbeck zu implementieren“, erklärt Burkhard Drescher, Geschäftsführer der ICM. „Allerdings ist dazu das Konzept allein nicht ausreichend. Nur eine anschließende Umsetzungsphase kann auch einen echten Erfolg gewährleisten.“ So soll nach der sechsmonatigen Konzeptphase eine Vereinbarung zwischen der Stadt, ICM und allen Beteiligten im Quartier unterzeichnet werden. Diese stellt sicher, dass die entwickelten Maßnahmen im Rahmen einer ganzheitlichen Quartiersentwicklung gemeinsam realisiert werden. Für Landrat Cay Süberkrüb ist das „ein großes Qualitätsmerkmal in der Emscher-Lippe-Region: Die gute Kooperation im Kreise der Städte und der WiN. Dadurch lässt sich der ‚InnovationCity roll out‘ in so vielen Quartieren realisieren – zum Wohl der Menschen und der Umwelt. Gladbeck hat dabei eine Vorreiterrolle, denn die Stadt gibt gemeinsam mit Hamm den Startschuss für den Rollout und ist gleich mit zwei Quartieren dabei.“

InnovationCity roll out

Der Name „InnovationCity roll out“ steht für eines der größten Projekte des Strukturwandels im Ruhrgebiet. Die Erfahrungen und Erkenntnisse aus dem 2010 gestarteten Projekt „InnovationCity Ruhr | Modellstadt Bottrop“ sollen auf das gesamte Ruhrgebiet ausgerollt werden. Ziel ist es, den einzigartigen, initial für Bottrop entwickelten Prozess auf weitere Städte im Ruhrgebiet zu übertragen. In insgesamt 20 ausgewählten Quartieren der Metropole Ruhr werden ganzheitliche Quartiersentwicklungen nach dem Vorbild der „InnovationCity Ruhr | Modellstadt Bottrop“ initiiert. Das Gesamtprojekt soll durch Analyse, Konzeptentwicklung und eine mögliche darauf folgende Umsetzung eine deutliche CO2-Reduktion erzielen und die „Energiewende von unten“ weiter vorantreiben. Gefördert wird das Vorhaben im Rahmen des „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE)“.

Alle wichtigen Informationen und Antworten auf häufig gestellte Fragen zum Projekt des „InnovationCity roll out“ und Informationen zum Quartier Rentfort-Nord finden sich unter www.icrollout.de.

Quelle: Pressemitteilung der Innovation City Management GmbH vom 07.09.2016

Weitere Informationen zum Förderprojekt finden Sie hier.

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