Informationsabend der Muenet in Datteln-Ahsen. Foto: Stadt Datteln.

Schnelles Internet im ländlichen Raum

Interessenbekundung in Datteln bis 28. Februar möglich

DATTELN / HERTEN. Schnelle und sichere Internetverbindungen sind von zukunftsweisender Bedeutung und bieten eine Perspektive im ländlichen Raum – als Investition in die Wohn- und Mietimmobilie, für die Landwirtschaft, aber auch die Einrichtung von Heim- und Telearbeitsplätzen. Mit Bundesfördermitteln wird in Teilen Dattelns noch in diesem Jahr der Ausbau eines Glasfasernetzes beginnen. Diejenigen, die nicht von dem Förderprogramm profitieren, sollen nicht abgehängt werden. Daher haben die Dattelner Wirtschaftsförderung und der Landwirtschaftliche Ortsverein Datteln mit der Firma MueNet GmbH ein Unternehmen gefunden, dass den privatwirtschaftlichen Glasfaserausbaus anstrebt.

Im Rahmen eines Informationsabendes am Donnerstag, 7. Februar 2019,  im Landgasthaus Lippehof in Ahsen hat MueNet-Geschäftsführer Patrick Nettels den rund 100 Interessierten die Ausbaupläne für den sogenannten FTTH-Ausbau vorgestellt. Bei diesem Verfahren wird das Glasfaserkabel bis ins Haus verlegt.

Dass es mit dem schnellen Internet im Außenbereich nicht funktioniert, hat einen technisch-physikalischen Grund. „Die langen Kupferleitungen können die Daten nicht wie gewünscht transportieren“, erklärte Jan Schrader, einer der Breitbandkoordinatoren des Kreises Recklinghausen. Mit zunehmender Distanz zwischen Verteilerkasten und Hausanschluss lasse die Leistung nach. Um schnelles Internet zu erhalten, müssten Glasfaserleitungen verlegt werden.

Firma MUENET erschließt in Kooperation mit den Anwohnern den Außenbereich

Den Ausbau könnte die Firma MueNet übernehmen. Deren Konzept sieht vor, dass der zu erschließende Außenbereich in Zusammenarbeit mit der Kommune, dem Landwirtschaftlichen Ortsverein und Anwohnern in sogenannte Polygone aufgeteilt wird, in denen jeweils etwa 40 Haushalte liegen. In Frage käme das für über 200 Adressen, die nicht im Gebiet des Bundesförderantrages liegen.

Sogenannte Multiplikatoren werben für das Projekt und versuchen möglichst viele Anwohner zur Teilnahme zu bewegen. Mindestens 70 Prozent der Haushalte müssen einen Vertrag abschließen, damit ein Glasfaserausbau zustande kommt. Ist dies der Fall, wird gemeinsam mit den Anwohnern, die über die entsprechende Ortskenntnisse verfügen, der Trassenverlauf geplant. Hindernisse wie Gräben, Bäche oder Wälder seien nach Angaben von MueNet-Geschäftsführer Patrick Nettels kein Problem.

Prinzipiell sei es möglich, die Glasfaserkabel selbst zu verlegen. Aufgrund der Erfahrungen mit Projekten im Münster- und Sauerland, die MueNet versorgt mittlerweile rund 7500 Haushalte mit schnellem Internet, wird empfohlen, für den Großteil der Arbeiten einen spezialisierten Lohnunternehmer zu beauftragen, der über einen speziellen Fuhrpark verfügt, so dass auch bei ungünstigen Bodenverhältnissen die Kabel problemlos verlegt werden.

Kostenverteilung erfolgt nach dem Solidaritätsprinzip

Die Kostenverteilung erfolgt nach dem Solidaritätsprinzip, d.h. sie sind für jeden Beteiligten gleich, unabhängig davon, wie lang die Strecke der zu verlegenden Glasfaserverlegung ist. Die Einmalkosten für den Anschluss belaufen sich nach Auskunft von Patrick Nettels auf 750  bis 1400 Euro. Hinzu kommen die Verlegarbeiten, so dass mit Gesamtkosten, je nach Aufwand, zwischen 2000 und 3000 Euro gerechnet werden kann. Es schließt sich ein Vertrag über 24 Monate Laufzeit über einen Internetanschluss an. Zwei Tarife sowie Business-Tarife werden angeboten. Anschließend handelt es sich um ein sogenanntes Open-Acces-Net, d.h. dass auch andere Anbieter ihre Produkte über das Glasfasernetz anbieten können.

Bei bestehenden Altverträgen könnte die Aktivierung des gelegten Anschlusses zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen, so dass eine Doppelzahlung vermieden werden kann. Insgesamt bietet die Firma MueNet mit ihrem Konzept eine auf Vertrauen und Solidarität basierte Möglichkeit, mit leistungsstarker Glasfaser-Technologie maximale Internetgeschwindigkeiten in Außengebieten zu erreichen.

Interessenbekundung bis 28. Februar bei der Wirtschaftsförderung Datteln möglich

Bis Donnerstag, 28. Februar 2019, nimmt der Breitbandbeauftragte der Stadt Datteln, Stefan Huxel, Interessensbekundungen per E-Mail entgegen: stefan.huxel@stadt-datteln.de. All diejenigen, die sich für den Glasfaserausbau mit der MueNet interessieren, geben bitte ihre Adresse, die Anzahl der Wohneinheiten bzw. gewünschten Anschlüsse sowie ihre Telefonnummer an. Fragen beantwortet Stefan Huxel auch telefonisch unter Tel. 02363/107295. Sollte die Anzahl der Interessensbekundung ausreichen, wird zeitnah zu einem nächsten Koordinierungstermin geladen.

Weitere Informationen erteilt die Breitbandkoordination Emscher-Lippe

Vor der Interessensbekundung, so der Hinweis der Wirtschaftsförderung, sollten sich die Interessierten bei den Breitbandkoordinatoren des Kreises Recklinghausen erkundigen, ob sie evtl. in den Genuss des geförderten Glasfaserausbaus kommen: Breitbandkoordination Emscher-Lippe, WIN Emscher-Lippe GmbH, Tel. 02366/583 875 0; E-Mail: emscher-lippe@breitbandkoordination.de .