Breitbandbericht 2018

Breitbandausbau in der Emscher-Lippe-Region – Entwicklung, Status Quo, Perspektiven

Der Bericht „Breitbandausbau in der Emscher-Lippe-Region – Entwicklung, Status Quo, Perspektiven“ mit Stand September 2018 zeigt die Entwicklung des Breitbandausbaus der letzten zwei Jahre auf und gibt eine Perspektive bis 2020.

Die Breitbandkoordination Emscher-Lippe hat dazu die in 2016 ermittelten Daten fortgeschrieben und um aktuelle Angaben der Provider und Kommunen ergänzt. Die aktuellen Daten zeigen, dass die Emscher-Lippe-Region optimale Voraussetzungen für den Breitbandausbau bietet. Im nördlichen Ruhrgebiet gibt es eine große Anzahl an potenziellen Kunden, eine gut ausgebaute Infrastruktur und eine Vielzahl an Providern, die den eigenwirtschaftlichen Ausbau vorantreiben. Damit ist Emscher-Lippe auf einem guten Weg zur Gigabit-Region.

Die aktuellen Versorgungsquoten bestätigen: Die Emscher-Lippe-Region steht im NRW-weiten Vergleich sehr gut dar. Während im Jahr 2018 im nördlichen Ruhrgebiet bereits 85 % aller Anschlüsse mit mehr als 100 Mbit/s versorgt waren, waren es im NRW-Durchschnitt lediglich ca. 69 %. „Weiße Flecken“ sind kaum noch vorhanden: Nur 6 % aller Anschlüsse kommt auf weniger als 30 Mbit/s, im NRW-Durchschnitt sind es 10 %.

 

Entwicklung des Breitbandausbaus 2016-2020

Die Emscher-Lippe-Region liegt im nördlichen Ruhrgebiet und hat knapp 1 Mio. Einwohner. Sie umfasst die Städte Bottrop und Gelsenkirchen sowie die zehn angehörigen Kommunen des Kreises Recklinghausen. Im Jahr 2016 wurde in einer Studie die Breitbandversorgung in der Region erstmals transparent gemacht. Von den ca. 211.000 Anschlüssen waren 2016 bereits 88 % mit mehr als 30 Mbit/s versorgt. Unterversorgte Bereiche gab es vor allem im ländlichen Raum und in Stadtrandlagen. Hier bestand ein Großteil der vorhandenen unterversorgten „Weißen Flecke“ (< 30 Mbit/s).

Durch erhebliche Investitionen in den Vectoringausbau und in das COAX-Netz wurde die Breitbandversorgung innerhalb der letzten zwei Jahre bis zum Jahr 2018 weiter verbessert. In mehreren Städten wurde damit begonnen, eigenwirtschaftliche FTTH-Anschlüsse herzustellen. Aktuell (Mitte 2018) verfügen 95 % über einen Anschluss mit mehr als 30 Mbit/s, 86 % sogar über einen Anschluss von mehr als 100 Mbit/s. Die Glasfaserquote liegt derzeit bei ca. 8 %.

Zudem ist ein Blick in die Zukunft bis ins Jahr 2020 möglich. Der Kreis Recklinghausen hat im Jahr 2017 zwei Bundesförderanträge zur Versorgung der „Weißen Flecke“ auf den Weg gebracht. Vom geförderten Ausbau wird ab 2019 vor allem der bislang unterversorgte ländliche Raum im Kreisgebiet stark profitieren. Weitere Förderanträge für Bottrop und Gelsenkirchen befinden sich derzeit in Vorbereitung. Zudem werden weitere Ortslagen und Gewerbegebiete durch verschiedene Provider eigenwirtschaftlich ausgebaut. Damit werden in zwei Jahren voraussichtlich 91 % über einen Anschluss mit mehr als 100 Mbit/s verfügen, 16 % sogar über einen FTTH-Anschluss. Ca. 30 % der gewerblichen Anschlüsse werden 2020 mit Glasfaser versorgt sein.

Die Emscher-Lippe-Region ist auf dem Weg zur Gigabit-Region, innerhalb von fünf Jahren gelingt ein Sprung von 1 % auf 16 % gigabitfähiger Anschlüsse. Möglich machen dies erhebliche Investitionen in den Netzausbau von Providern und Fördergebern sowie das große Engagement der Kommunen.