Umschlag-Terminal am Chemiepark Marl. Foto: Evonik

Ohne Logistik ist alles nichts!

ChemSite stellt Studie zur Chemielogistik im Ruhrgebiet vor

MARL. Über 60 Millionen Tonnen chemischer Güter werden jedes Jahr in das Ruhrgebiet hinein- oder herausgeliefert. Logistik ist ein wesentlicher Faktor für die Wirtschaftsleistung von 24.000 Menschen, die in der Chemie- und Mineralölindustrie der Region beschäftigt sind. Die ChemSite-Initiative hat deshalb eine Studie zur Chemielogistik im Ruhrgebiet in Auftrag gegeben, die am heutigen  Dienstag (7.6.) beim Forum Chemielogistik der Bundesvereinigung Logistik (BVL) in Marl vorgestellt wurde. Das Fazit: „In der Chemie und Logistik nimmt Nordrhein-Westfalen Spitzen-positionen ein. Die Studie zeigt: Wenn beide Branchen eng miteinander verzahnt sind, können sie sich gegenseitig Wachstumsimpulse geben“ sagte Prof. Michael Dröscher, Vorstandsvorsitzender der ChemSite-Initiative.

Die Studie wurde unter starker Mitwirkung der WiN Emscher-Lippe GmbH von der Kompetenzgruppe Chemielogistik erstellt, einem Konsortium aus CMC² GmbH, Europäischer Fachhochschule, Technischer Hochschule Köln und Fraunhofer SCS. Ein Jahr lang haben die Autoren intensiv Daten und Fallbeispiele zusammengetragen und ausgewertet sowie umfangreiche Befragungen und Workshops mit Vertretern aus der Chemie, der Logistik und den Kommunen durchgeführt.
Prof. Michael Dröscher erläuterte die Motive: „Wir wollten wissen: Wo sind Engstellen, wo die Herausforderungen und Risiken für die Zukunft, wo werden Investitionen für Erhalt und Ausbau erforderlich? Aber auch:  Wie gut arbeitet die Logistik-Branche mit der Chemie zusammen?“, so der ChemSite-Vorsitzende.

Logistik ist wichtiger Wirtschaftsfaktor
Die Antworten auf diese Fragen liegen nun vor.  Die Chemielogistik im Ruhrgebiet ist mit knapp 5.000 Erwerbstätigen selbst ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Damit Logistik-Dienstleister effizient arbeiten können, brauchen sie eine gute Infrastruktur  –  also Straßen, Brücken, Bahnlinien, Pipelines und Wasserwege mit funktionsfähigen Schleusen. Prof. Dr. Carsten Suntrop, einer der Autoren der Studie: „Im Vergleich zu den anderen Chemieregionen in Deutschland ist die Infrastruktur für Chemielogistik im Ruhrgebiet sehr gut ausgeprägt. Damit dies so bleibt, sind jedoch einige Anstrengungen notwendig“, sagte der  Experte der Kompetenzgruppe  Chemielogistik.

Erhalt und Ausbau der Infrastruktur hat oberste Priorität
Prof. Michael Dröscher unterstrich die Bedeutung der Infrastruktur: „Ohne Logistik ist alles nichts! Die Unternehmen der Chemieregion  Ruhrgebiet sind auf eine funktionsfähige Logistikkette angewiesen. Wird diese unterbrochen oder nur gestört, hat das nicht nur Auswirkungen auf die Wirtschaftlichkeit der direkt beteiligten Unternehmen, sondern auf die ganze Region. Der Erhalt und der Ausbau der Infrastruktur haben daher oberste Priorität“, so Prof. Dröscher.

Zusammenspiel der Partner in der Region wichtig
Ein weiteres Ergebnis der Studie ist die Vielfalt der Akteure in der Chemielogistik des Ruhrgebiets: Neben über 60 großen Chemieunternehmen mit einem Umsatz von jeweils mehr als 50 Mio. € pro Jahr sind zahlreiche spezialisierte Logistikdienstleister und Infrastrukturbetreiber hier tätig – darunter weltweit agierende Konzerne ebenso wie kleine und mittlere Unternehmen mit regionalem Fokus.  Bernd Groß, Projektleiter ChemSite bei der Umbau21 / WiN Emscher-Lippe GmbH: „Nur im Zusammenspiel der Partner aus Chemischer Industrie, Logistik und öffentlicher Hand kann das Ruhrgebiet seine Bedeutung als wichtige Chemie- und Logistikregion in Deutschland auch in Zukunft erhalten und weiter ausbauen.“

Der besondere Dank der WiN Emscher-Lippe GmbH, die das Projekt koordiniert hat, gilt den beteiligten Unternehmen: Ohne die Teilnahme an Interviews, die Bereitstellung von Daten und Fallbeispielen sowie weitere finanzielle Unterstützung wäre die Studie nicht zustande gekommen.

 

Bezug: Die Studie kann beim RDN Verlag zum Preis von 250 € käuflich erworben werden.