Lichtkunststprojektion gate.ruhr. Foto: RAG.

In Rekordzeit zum neuen Industriestandort gate.ruhr

Entwicklung der ehemaligen Zeche Auguste Victoria 3/7 in Marl schreitet voran

MARL. Aus AV 3/7 wird gate.ruhr: Die Entwicklung der neuen Victoria schreitet mit großen Schritten voran. Der Strukturplan steht, ebenso ein innovatives Konzept zur Flächensanierung, mit dem der nördliche Teil des ehemaligen Zechengeländes in Rekordzeit  zum Industrie- und Gewerbegebiet zu entwickelt werden soll. Denn schon jetzt gibt es großes Interesse potentieller Investoren an dem Standort: „Wir erleben momentan einen Schub an Nachfragen“, sagt Bürgermeister Werner Arndt. „Deshalb halten wir an unserer ehrgeizigen Zeitplanung fest und beginnen mit der Entwicklung im Norden.“

Unter dem Namen gate.ruhr will die Stadt gemeinsam mit der RAG Montan Immobilien GmbH, die als Flächenentwickler den Strukturwandel in der Region mitgestaltet, das ehemalige Gelände der Zeche Auguste Victoria im Rekordtempo zur Industrie- und Gewerbefläche entwickeln. Noch bis zum Herbst arbeiten mehr als ein Dutzend Gutachterbüros an dem zweiten Teil der Machbarkeitsstudie.

Bereits abgeschlossen ist die Strukturplanung für das in vier Teilflächen gegliederte, 90 Hektar große Areal. Darin ist vorgesehen, im ersten Schritt die Entwicklung der nördlichen Hälfte von gate.ruhr so zeitnah wie möglich voranzutreiben. Die Hafenfläche, die Teilfläche der Bergehalde sowie die Kraftwerksfläche sollen zügig saniert werden und könnten ab 2020 als Industrie- und Gewerbegebiet  zur Verfügung stehen. „Nach bisherigem Stand der Gutachten gehen wir davon aus, dass wir hier großflächig Industrie, Endfertigung, Großhandel und Logistik mit hoher Arbeitsmarkt­relevanz ansiedeln können“, sagt Dr. Manfred Gehrke, Leiter der Wirtschafts­förderung der Stadt Marl. Besonders attraktiv für Investoren ist der trimodale Verkehrsanschluss. „Der direkte Zugang zum Hafen am Wesel-Datteln-Kanal bietet den Interessenten eine hervorragende Infrastruktur“, so Gehrke weiter.

Der straffe Zeitplan erfordert innovative Ideen zur Flächensanierung. Hier haben die Flächenentwickler auf der Grundlage des bisherigen Gutachtens einen neuen Ansatz gewählt: Der Plan sieht vor, die Erdmassen von der Plateau-Halde am Hafenweg abzutragen und auf die ehemalige Kraftwerks­fläche umzuschichten, um so den Höhenunterschied vom mehreren Metern zwischen Bergehalde, Hafenfläche und Kraftwerksfläche auszugleichen. „Eine ungewöhnliche Methode, die zwei Probleme auf einmal löst und den Aufwand minimiert“, erklärt Volker Duddek, Projektleiter der RAG Montan Immobilien GmbH. „Mit dem Umklappen der Haldenfläche wird das Gelände nivelliert. Zugleich stellen wir durch das lageweise Überdecken der Beton­fundamente einen stabilen, gleichmäßig verdichteten Baugrund auf der Kraftwerksfläche her.“ Im Rahmen der Machbarkeitsstudie wird zurzeit geprüft, ob und zu welchen Kosten das Umklappen der Halde umgesetzt werden kann.

Die Bergwerksfläche im Süden des Areals, wo Bestandsgebäude erhalten bleiben sollen, wird zurzeit weiterhin vom Bergbau genutzt, unter anderem als Lagerfläche für das aktive Bergwerk Prosper Haniel in Bottrop. Darüber hinaus steht eine Klärung der Grubenwasser-Thematik aus. „Mit Hilfe der zweigeteilten Strukturplanung wollen wir Zeitverluste vermeiden, weil wir im Norden kurzfristig beginnen können“, sagt Dr. Manfred Gehrke. „Das Ziel bleibt: gate.ruhr soll die am schnellsten entwickelte ehemalige Bergbau­brache des Ruhrgebietes  werden.“

Die hohe Attraktivität des Standorts Marl macht es nötig, die Verkehrs­planung zu überarbeiten. Denn westlich des  angrenzenden Chemieparks errichtet die Metro Group derzeit ein Logistikzentrallager, das noch in diesem Jahr in Betrieb genommen wird. Schrittweise sollen dort 1.000 Arbeitsplätze entstehen, gate.ruhr könnte bis zu 1.000 weitere hinzufügen. Größenordnungen, die eine Alternative zur bisherigen Verkehrsplanung erforderlich machen: Bislang war geplant, gate.ruhr über die Nordstraße durch den Chemiepark zugänglich zu machen. Mit der Ansiedlung des Metro-Zentrallogistiklagers ist das keine Option mehr. „Wir haben daher ein neues Verkehrsgutachten in Auftrag gegeben“, so Bürgermeister Werner Arndt.

Quelle: Pressemitteilung Stadt Marl vom 23.02.2017 www.marl.de