Die Vertreter von ICM und Handwerk zusammen mit Umweltminister Johannes Remmel (1. v. r) und Hernes Oberbürgermeister Dr. Frank Dudda (2. v. l.) bei der Unterzeichnung des Kooperationsvertrags. Foto: ICM.

Handwerkskammern machen mit beim InnovationCity roll out

Städte tauschen erste Ergebnisse am 2. Projekttisch Ruhr in Herne aus

HERNE / BOTTROP. Städte klimagerecht umbauen und dabei Eigentümer, Mieter, Wohnungsgesellschaften, Energieversorger und Unternehmen in der eigenen Stadt unterstützen: In der InnovationCity Ruhr in Bottrop wird dies seit Jahren erfolgreich umgesetzt und seit Mitte 2016 nun auch in die gesamte Metropole Ruhr „ausgerollt“. Doch wie funktioniert klimagerechter Stadtumbau in der heutigen Zeit? Wie können kommunale Verwaltungen eine energetische Stadtsanierung vorantreiben und dabei die eigene Wirtschaft fördern, um dadurch Arbeitsplätze zu sichern und zu schaffen? Welche Förderungen gibt es? Wie können diese genutzt und Akteure aus Handwerk, Wirtschaft und Stadtverwaltung mit in den Prozess eingebunden werden?

Antworten auf diese Fragen waren wesentliche Inhalte des zweiten Projekttisches Ruhr am 9. März 2017 im Rahmen des Projekts InnovationCity roll out. Am Projekttisch Ruhr werden Erfahrungen und Wissen zwischen allen beteiligten roll out-Städten und weiteren interessierten Akteuren aus den Städten des Ruhrgebiets ausgetauscht. Darüber hinaus sind Vertreter der Handelskammern, aus Industrie, Wirtschaft und Landespolitik mit in diesem zentralen Gremium vertreten. „Wir bringen alle an einen Tisch. Der Austausch zwischen allen Beteiligten ist ein entscheidender Punkt, um den klimagerechten Stadtumbau im roll out-Projekt aber auch in allen weiteren Städten in NRW voranzutreiben“, erklärt Burkhard Drescher, Geschäftsführer der Innovation City Management GmbH.

Über 80 Teilnehmer informierten sich im Herner Rathaus

Im Ratssaal des Herner Rathauses informierten sich über 80 Teilnehmer (rund 70 Vertreter der 17 Metropole Ruhr-Städte, die am InnovationCity roll out teilnehmen) u. a. anhand von Praxisbeispielen über den aktuellen Stand im roll out-Quartier Gladbeck Rentfort-Nord und die ersten Ergebnisse aus dem Quartierskonzept. Nach der Begrüßung durch den Herner Oberbürgermeister Dr. Frank Dudda stellte NRW-Umweltminister Johannes Remmel in einem Grußwort die Bedeutung des von seinem Ministerium aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) geförderten Vorhabens heraus.

Handwerkskammern im Ruhrgebiet unterstützen den InnovationCity-Prozess

Im Rahmen der Veranstaltung unterzeichneten ICM-Geschäftsführer Burkhard Drescher, die Vertreter der Handwerkskammern Dortmund, Düsseldorf und Münster sowie die Kreishandwerkerschaften Emscher-Lippe-West, Recklinghausen, Herne, Hellweg-Lippe, Dortmund und Lünen, Ruhr, Kreis Wesel und Mülheim an der Ruhr – Oberhausen eine Kooperationsvereinbarung. In dieser erklären die Unterzeichner das gemeinsame Ziel, InnovationCity auch auf andere Städte zu übertragen. „Gerade wenn es nach der Konzeptphase in die Umsetzung geht, ist die Beteiligung des Handwerks unerlässlich“, erläutert Burkhard Drescher. „Im Modellprojekt Bottrop haben sowohl die Stadt als auch die ansässigen Firmen von der InnovationCity profitiert. So wurden im Projektzeitraum bereits 290 Millionen Euro investiert, von denen circa 110 Millionen Euro über Aufträge an Bottroper Firmen geflossen sind“, so Drescher weiter. „Unser Ziel ist es, diese Erfolge auch über die Grenzen des Ruhrgebiets hinaus zu tragen und in anderen Städten zu initiieren.“

Gladbeck Rentfort-Nord als Beispiel für alle roll out-Quartiere

Das Quartier in Rentfort-Nord ist eines der ersten Quartiere, die im roll out-Prozess bearbeitet wurden. Die ersten Ergebnisse aus der Quartiersanalyse und dem Energiekonzept sind beispielhaft für alle weiteren Quartiere im InnovationCity roll out. „Unser Ansatz ist ganzheitlich. Das bedeutet, wir analysieren unter anderem alle Gebäude und Häuser im Quartier. Dabei untersuchen wir die Bewohnerstruktur beispielsweise hinsichtlich soziodemografischer Faktoren und schauen uns den Strom- sowie den Wärmeverbrauch an“, erläutert Drescher das Vorgehen. „Unser Ziel ist es, im Konzept ganz konkrete Aussagen zu Modernisierungsmöglichkeiten zu machen. Wir geben Hinweise, in welchen Bereichen es beispielsweise sinnvoll ist, Sonnenenergie zu nutzen, an welcher Stelle Eigentümer Geld sparen können, indem Sie Ihre Heizungsanlagen tauschen oder von Öl auf Gas umsteigen. Wichtig ist dabei immer die individuelle Situation der Eigentümer. Und, die Maßnahme muss sich rechnen.“ „Sanierung mit Augenmaß“ nennen dies die Experten der Innovation City Management GmbH, mit dem sie auch in Bottrop erfolgreich sind und eine Modernisierungsrate vorweisen können, die um ein Vielfaches über dem Bundesdurchschnitt liegt.

Von Bottrop ins Ruhrgebiet und in die gesamte Bundesrepublik

Dass der InnovationCity-Ansatz Erfolg verspricht, zeigen Anfragen aus Städten über die roll out-Quartiere hinaus. „Wir haben in Essen bereits eine InnovationCity umgesetzt, für Kamp-Lintfort und Dinslaken entsprechende Quartierskonzepte entwickelt. Zudem sind wir in der Pfalz, Eutin und Oldenburg tätig und führen Gespräche mit München und Berlin“, erklärt Drescher. „Wir haben weitere gute Partner, beispielsweise für den Bereich der Mobilitätskonzepte, gewinnen können und ergänzen so unsere Angebote kontinuierlich.“

Quelle: Pressemitteilung der Innovation City Management GmbH vom 10.03.2017

Weitere Informationen zum Förderprojekt finden Sie hier.

logos-regio.nrw-icro-untereinander