v.l.n.r. Peter Karst, Reinhold Rünker, Lars Baumgürtel, Wulf Noll, Dr. Peter Jahns. Foto: WiN Emscher-Lippe GmbH

Die Suche nach den Lücken in der Wertschöpfung

Was der eine nicht gebrauchen kann, könnte für den anderen zum wertvollen Rohstoff werden

HERTEN. Wenn Unternehmen weniger Rohstoffe verbrauchen, ohne an Produktivität einzubüßen, wächst nicht nur die Firma, sondern auch die regionale Wirtschaftsleistung. „Die zirkuläre Wertschöpfung bietet deshalb viel Potenzial für die Entwicklung der Emscher-Lippe-Region“, ist Peter Karst, Geschäftsführer der WiN Emscher-Lippe in Herten, überzeugt.

Die Stoffkreisläufe innerhalb des Betriebs zu schließen und Rohstoffe immer wieder aufs Neue zu gebrauchen, ist ein Ziel, für das die regionale Wirtschaftsförderungsgesellschaft im Rahmen des Projekts „cirC2ess“ bei Unternehmen im Vest wirbt. Doch in der Modellregion Emscher-Lippe soll auch die Kooperation von Firmen gefördert werden. Die WiN geht davon aus, dass bei der (industriellen) Produktion häufig Reststoffe anfallen, die in Partnerunternehmen weiterverwertet werden könnten. Jetzt gelte es, diese Firmen zu identifizieren, zusammenzuführen und damit Lücken in Wertschöpfungsketten zu schließen. Darin, so Peter Karst, liege auch ein erhebliches Potenzial für Start-up-Unternehmen. Wissenschaftlich begleitet wird „cirC2ess“ von der Westfälischen Hochschule in Gelsenkirchen. Namhafte Unternehmen aus der Region (ZINQ, Gelsenwasser, AGR, Evonik/Creavis) sowie Wirtschaftskammern, Gewerkschaften und Hochschule arbeiten in einem „Innovationsteam“ unter dem Dach der WiN Emscher-Lippe daran, das Projekt voranzutreiben. An drei Themenfeldern soll das Potenzial der zirkulären Wertschöpfung beispielhaft analysiert werden:

  • Da geht es um die Nutzung des Klimagases Kohlendioxid (CO2) als Rohstoff etwa für die chemische Industrie oder als Nährstoff für Biomasse in Treibhäusern und Algenfarmen.
  • Im zweiten Projekt wird erforscht, wie Metallstäube, die zum Beispiel bei der Oberflächenbearbeitung anfallen, recycelt werden können. Im heutigen Firmenalltag verunreinigen die Stäube das Betriebsgelände und landen letztlich im Abfall.
  • Und schließlich soll auch das Baustoffrecycling verbessert werden. Beim Abbruch von Gebäuden fällt eine Unmenge an unterschiedlichen Baumaterialien an, darunter Stoffgemische und Verbundwerkstoffe, die nur schwer zu trennen sind. Die WiN sieht hier eine große Chance für kleine und mittlere Unternehmen, neue Trennverfahren zu entwickeln und die Produkte wieder in den Wertschöpfungskreislauf zurückzubringen.

Die WiN hat sich einen Zeitrahmen von drei Jahren gesetzt. Dann sollen erste Erfolge sichtbar sein.

Quelle: Artikel von Michael Wallkötter in der Recklinghäuser Zeitung vom 02.08.2016

 

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