20.02.2017, Bottrop, Einweihung der neuen Blockheizkraftwerk-Module und der Photovoltaikanlage auf der KlŠranlage Bottrop. (v.l.n.r.): - Dr. Uli Paetzel, Vorstandsvorsitzender der Emschergenossenschaft - Ullrich Sierau, Ratsvorsitzender der Emschergenossenschaft und Dortmunder OB - Johannes Remmel, NRW-Umweltminister - Klaus Strehl, BŸrgermeister der Stadt Bottrop - Dr. Emanuel GrŸn, Technischer Vorstand der Emschergenossenschaft UneingeschrŠnkte einfache Nutzungsrechte fŸr alle EGLV-Publikationen (Print und Web) und fŸr die externe Verwendung als EGLV-Pressebild zur redaktionellen Berichterstattung. (c) Rupert OberhŠuser, www.oberhaeuser.com, rupert@oberhaeuser.com.

Deutschlands erstes Energie-Klärwerk

Minister Remmel lobt zukunftsfähige Energiegewinnung der Emschergenossenschaft in Bottrop

BOTTROP. Die Emscher-Kläranlage in Bottrop ist ein Energiekraftwerk. Rund 80 Prozent der auf der Anlage benötigten elektrischen Energie erzeugt die Emschergenossenschaft vor Ort. Jetzt sind für rund 5 Millionen Euro vier neue Blockheizkraftwerk-Module sowie eine Photovoltaikanlage hinzugekommen. NRW-Umweltminister Johannes Remmel lobt die „Energiegewinnung der Zukunft“. „Bottrop und die Emschergenossenschaft sind damit Vorreiter für viele andere Kläranlagen nicht nur in der Region, sondern in ganz Nordrhein-Westfalen. Mit Hilfe der neuen Technologien leisten sie einen wichtigen Beitrag für eine klimafreundliche Zukunft“, sagt Minister Remmel. Die Inbetriebnahme der regenerativen Stromerzeuger ist für die Emschergenossenschaft ein weiterer Schritt  auf dem Weg zu Deutschlands erster energieautarker Großkläranlage.

„Die Energiewende beginnt am besten immer gleich vor Ort. Für uns beginnt sie vor der eigenen Haustür, direkt auf unserer eigenen Anlage. Je mehr Energie wir selber produzieren, desto weniger müssen wir dazu kaufen. Wir sparen jedoch nicht nur Geld, sondern reduzieren mit dem Einsatz erneuerbarer Energieträger vor allem auch den Kohlendioxid-Ausstoß“, sagt Dr. Uli Paetzel, Vorstandsvorsitzender der Emschergenossenschaft. Minister Remmel übernimmt das Projekt Projektes als Vorbild für eine klimafreundliche Zukunft in die landesweite Leistungsschau und überreichte dazu eine Urkunde an Dr. Paetzel.

Dr. Heinrich Dornbusch, Vorsitzender Geschäftsführer der KlimaExpo.NRW, sagt: „Ein innovatives klimafreundliches Energiekonzept ermöglicht die Nutzung umfangreich vorhandener Potenziale und zeigt, wie die Zukunft des Kläranlagenbetriebs aussehen kann.“Die Kläranlage Bottrop ist mit einer Ausbaugröße von 1,34 Millionen Einwohnerwerten eine der größten Kläranlagen Deutschlands. Ziel ist, die rund 32 Millionen Kilowattstunden elektrischer Energie, die für den Betrieb jährlich benötigt werden, künftig zu 100 Prozent auf dem Gelände der Kläranlage zu erzeugen-Dafür werden fünf erneuerbare Energieträger zu einem Hybridkraftwerk kombiniert. Dadurch können jährlich rund 70.000 Tonnen CO2 eingespart werden.

Neben den jetzt in Betrieb genommenen BHKW-Modulen mit zusammen 4,8 Megawatt  (MW) Leistung und der 500 Quadratmeter große Photovoltaik-Anlage produziert eine 3,1 MW-Windkraftanlage seit April 2016 Strom. Geplant sein eine eine Wasserkraftschnecke im Ablauf der Kläranlage mit rund  80 kW Leistung und eine Dampfturbine mit mindestens 4 MW Leistung als Teil der Klärschlammverbrennung. Abgerundet werden soll das Projekt durch den Bau einer thermo-solaren Klärschlammtrocknung und somit den Verzicht auf die Zugabe von Kohle zur Klärschlammkonditionierung sowie die Nutzung der Niedertemperaturwärme aus der Klärschlammverbrennung. Damit wäre das Hybridkraftwerk Emscher ab 2018 in der Lage, eine bilanzielle volle Deckung durch Eigenstromerzeugung zu erreichen.

Quelle: Pressemitteilung Stadt Bottrop vom 21.02.2017