Neue Wege zur Speicherung erneuerbarer Energie

NRW und der Bund fördern Wasserstoffprojekte der Westfälischen Hochschule mit über 2 Mio. Euro

 

GELSENKIRCHEN / RECKLINGHAUSEN. Mit dem Programm „NRW-Patent-Validierung“ fördert das Land Nordrhein-Westfalen die Weiterentwicklung von Patenten aus NRW-Hochschulen. Das Energieinstitut der Westfälischen Hochschule erhielt jetzt den Zuschlag für die „Validierung eines neuartigen, modular aufgebauten Hochdruck-Elektrolysesystems zur Produktion von Wasserstoff aus regenerativen Energiequellen“. Der Wasserstoff soll langfristig als Energiespeicher dienen, wenn aus regenerativen Quellen gewonnener Strom von den Nutzern gerade nicht abgerufen wird, die Produktions- und Bedarfszeiten also zeitlich gegeneinander verschoben liegen.

In den nächsten drei Jahren bekommen die Entwickler für dieses und andere Wasserstoff-Projekte von Bund und Land über zwei Millionen Euro, um die Verfahren zur Nutzungsreife weiterzuentwickeln. „Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft müssen miteinander verknüpft werden“, so Wissenschaftsministerin Svenja Schulze, „für mehr Wachstum, für mehr Beschäftigung, für den Umweltschutz und für den Wohlstand unserer Gesellschaft.“

Die Technik, die dahinter steht, ist für die Bürger oft nicht leicht zu verstehen. Sie ihnen nahezubringen, ist Pflicht der Wissenschaftler, damit die Bürgerinnen und Bürger verstehen, wie neue Entwicklungen der Gesellschaft und der Umwelt dienen können. Damit innovative Entwicklungen nicht an den Menschen vorbei gehen oder sogar am Unverständnis zwischen Entwicklern und Nutzern scheitern, laden Vertreter des Westfälischen Energieinstituts Sie als Vertreter von Presse, Funk, Fernsehen und sozialen Medien ein, um Ihnen dieses und andere Projekte aus der Entwicklungsarbeit des Energieinstituts persönlich zu erläutern und im Labor anschaulich zu zeigen.

Wasserspalter nutzt aus Sonne oder Wind erzeugten Strom, um Energie im Wasserstoff zu speichern. Wenn er später wieder zu Wasser reagiert, wird die Energie frei, wahlfrei zu einem Zeitpunkt, wenn der Verbraucher ihn abruft. Die regenerative Stromerzeugung wird damit unabhängig von den durch Klima und Wetter vorgegebenen Produktionszeiten.

Quelle: Pressemitteilung Westfälische Hochschule vom 16.11.2016

Vorsprung ausbauen, Breitband systhematisch entwickeln

Abschlussbericht zum Breitbandausbau Emscher-Lippe vorgelegt

EMSCHER-LIPPE. Der Zugang zu schnellem Internet wird immer mehr zum Standortvorteil für Unternehmen – und die Emscher-Lippe-Region hat gute Chancen, beim Breitbandausbau einen weiteren Schritt voranzugehen. Das ist das Fazit einer nun veröffentlichten Studie der WiN Emscher-Lippe. Demnach ist die Versorgung im nördlichen Revier heute schon besonders gut. Es wurden gleichzeitig Strategieempfehlungen erarbeitet, um auch künftig weiter vorne dabei zu sein. „Uns liegt jetzt eine detaillierte Grundlage für einen erfolgreichen weiteren Breitbandausbau in der Region vor“, sagt Peter Karst, Geschäftsführer der WiN Emscher-Lippe GmbH. Auf seiner Sitzung hat sich das Präsidium der WiN auf das weitere Vorgehen verständigt. In ausgewählten Pilotgebieten soll in jeder der zwölf Städte der Emscher-Lippe-Region der Breitbandausbau in den nächsten Monaten forciert werden.

Die WiN hatte das Projekt „Breitbandausbau Emscher-Lippe“ koordiniert und hierzu eine Machbarkeitsstudie und einen Masterplan für Wirtschaftsstandorte in Auftrag gegeben. Ein wichtiges Fazit der Studie: „Für den wirtschaftlichen Erfolg der Region ist der Ausbau des Glasfasernetzes heute so wichtig wie früher der Anschluss ans Strom- oder Wassernetz“, sagt Claus Wissing, Geschäftsführer der WiR Solutions GmbH, die von April bis September die Chancen eines zügigen Breitbandausbaus geprüft hat. Demnach ist der urbane Süden der Emscher-Lippe-Region bereits besser versorgt als der eher ländliche Norden. Der Anteil von gewerblichen Anschlüssen mit Übertragungsraten von mindestens 100 MBit ist in Recklinghausen (68 %), Gelsenkirchen (62 %) und Castrop-Rauxel (58 %) am höchsten. Im Norden liegt der Anteil solcher Anschlüsse lediglich zwischen 23 (Haltern) und 44 Prozent (Marl). Eine Karte zur IST-Situation wird in Kooperation mit dem Kreis Recklinghausen im Webportal www.regioplaner.de veröffentlicht.

Beim Glasfaserausbau weitere Partner beteiligen

In der Studie ging es zunächst um eine ausführliche Versorgungsanalyse des Ist-Zustandes, erklärt Wissing: „Wir haben 60 verschiedene Netzinhaber in der Region kontaktiert und Daten über vorhandene und geplante Netze zusammenzutragen“, so der WiR-Geschäftsführer. Darunter waren nicht nur Telekommunikationsunternehmen, sondern etwa auch Gas- und Wasserversorger oder Verkehrsbetriebe. Hintergrund war, zukünftig alle geeigneten Infrastrukturen für den Ausbau der Datenversorgung zu nutzen und so Ausbaukosten zu sparen. So identifizierte die Studie neben den bestehenden 2.000 Kilometern Glasfasernetz zusätzlich 1.800 Kilometer Leerrohre, die eventuell für einen weiteren Glasfaserausbau genutzt werden könnten.

Vier Arten von Ausbaugebieten

Zusätzlich ermittelte eine Bedarfsanalyse Lage und Bedarf von Unternehmen. Im Schnitt benötigen sie eine synchrone Wunschbandbreite von 100 Mbit für Down- und Upload. Ein weiteres Ergebnis: Bereits heute treffen Unternehmen Standort­entscheidungen auf Basis der Versorgungslage. Auf der so gewonnenen Datengrundlage ließ sich das Kundenpotenzial für Glasfaseranschlüsse dem voraussichtlichen Aufwand zur Erschließung der entsprechenden Gebiete gegenüberstellen. So wurden vier Typen von Ausbaugebieten und Strategien zu ihrer Erschließung identifiziert.

Die Abbildung verdeutlicht den Anteil der potenziellen Ausbaugebiete bei Gewerbe und Industrie nach den oben genannten Strategiefeldern und Städten. Quelle: Abschlussbericht NGA-Ausbau für die Emscher-Lippe-Region 2016.

Nach den Ergebnissen des Masterplans kann ein Fünftel der als „Ausbaugebiete“ bezeichneten Standorte schon jetzt rein marktgetrieben und ohne zusätzliche kommunale Investitionen erschlossen werden. In weiteren Gebieten ist eine Bündelung der Nachfrage oder Kooperation mit Netzinhabern ratsam. In schlecht erschließbaren, weniger besiedelten Gebieten sollte der Ausbau mithilfe von Fördermitteln auch für die Haushalte in der Region vorangetrieben werden.

Die Abbildung verdeutlicht den Anteil der potenziellen Ausbaugebiete bei Gewerbe und Industrie nach den oben genannten Strategiefeldern und Städten. Quelle: Abschlussbericht NGA-Ausbau für die Emscher-Lippe-Region 2016.

Jetzt Weichen für die Zukunft stellen

Den Auftakt des aus Kohlerückzugsmitteln des Landes geförderten Projektes hatte die WiN am 22. April zusammen mit den 13 Breitbandbeauftragten der Region gegeben. „Wir sind besonders Wirtschaftsminister Garrelt Duin für seine ideelle und finanzielle Unterstützung des Projekts dankbar!“, sagt WiN-Geschäftsführer Peter Karst. „Mit dem Projekt haben wir die Informationsbasis für den NGA-Ausbau geschaffen, jetzt gilt es, die Weichen für die Zukunft zu stellen – damit die Emscher-Lippe-Region ein wettbewerbsfähiger Standort bleibt.“ Auch für die nächsten Schritte der konkreten Umsetzung wird die WiN weiterhin die Klammer des Prozesses in der Region bilden. Spürbare Ergebnisse kündigte Karst bereits für das nächste Jahr an. Bis zum Sommer 2017 sollen die ersten Pilotgebiete an das Breitbandnetz angeschlossen sein.

 

Weitere Informationen zum Förderprojekt finden Sie hier.

logo-nrw-mweimh-farbig-web-bild03

Ein gutes Signal für die Region

Bertelsmann-Tochter Arvato legt Grundstein für neuen, hochmodernen Logistikstandort im Industriepark Dorsten/Marl

DORSTEN/MARL. Als ein gutes Signal für den Kreis Recklinghausen und die Emscher-Lippe-Region begrüßte Landrat Cay Süberkrüb am Dienstag, 15. November, die Investition der Bertelsmann-Tochter Arvato in einen neuen, hochmodernen Logistikstandort im Industriepark Dorsten/Marl. „Es ist eine starke Leistung der Städte Marl und Dorsten, die dieses interkommunale Industriegebiet gemeinsam realisiert und nun, mit der Ansiedlung von Arvato, auch vollständig gefüllt haben“, sagte Süberkrüb bei der feierlichen Grundsteinlegung auf dem künftigen Arvato-Standort an der Buerer Straße.

Viele Akteure in den Städten, im Kreis und auf Landesebene sowie im Unternehmen Arvato haben, so Süberkrüb, in zielgerichteter, guter Kooperation zum Gelingen dieses Projektes beigetragen, dass in seinem Endausbau mehrere Hundert Arbeitsplätze in den Kreis bringen wird: „Wir bringen uns aktiv in diese Zusammenarbeit ein und werden  Arvato dabei unterstützen, die Menschen zu finden, die die neuen Hallen mit ihrer Arbeit beleben und füllen werden“, so Süberkrüb. Schon frühzeitig haben das Jobcenter Kreis Recklinghausen und Arvato eine enge Zusammenarbeit bei der Auswahl, Vermittlung und Qualifizierung des benötigten Personals vereinbart.

Im Frühjahr werde das Unternehmen am neuen Standort den Betrieb aufnehmen, teilte Fernando Carro, Mitglied im Vorstand der Bertelsmann SE und geschäftsführender Vorstand (CEO) von Arvato, am Dienstag mit. Im ersten Bauabschnitt entstehen zurzeit auf einer 60.000 m² großen Fläche drei Hallen und ein Bürogebäude. Arvato investiert in dieser Phase über 30 Mio. Euro. Das Gelände bietet dem Unternehmen Erweiterungsflächen für insgesamt zwölf Hallenmodule auf 100.000 m² Nutzfläche. Im Endausbau können hier 800 bis 1.000 Arbeitsplätze entstehen.

Quelle: Pressemitteilung Kreis Recklinghausen vom 15.11.2016

Von den Kunden online gefunden werden

Veranstaltung “Digitales Marketing für das Handwerk” im Wissenschaftspark Gelsenkirchen

GELSENKIRCHEN. Am 08. November 2016 luden die Handwerkskammer Münster in der Emscher-Lippe-Region, die Kreishandwerkerschaft Emscher-Lippe-West und die Wirtschaftsförderung Gelsenkirchen zur Informationsveranstaltung in den Wissenschaftspark Gelsenkirchen ein. An die 80 Gäste waren in den Konferenzsaal im Wissenschaftspark gekommen, um dem Vortrag von Prof. Dr. Henning Ahlf zum Thema „Digitales Marketing für das Handwerk“ zu lauschen.

Eröffnet wurde der Abend durch Wirtschaftsförderer Rainer Schiffkowski. „Gerade für die kleinen Familienbetreibe ist dieser Abend eine gute Hilfestellung, den Anschluss an das digitale Marketing zu bekommen“, erklärt Rainer Schiffkowski. „Das Handwerk muss sich dem Suchverhalten der Menschen anpassen und das spielt sich zunehmend online ab.“

Nach einer Begrüßung durch Norbert Speier von der Handwerkskammer Münster, führte Prof. Dr. Ahlf das Thema des Abends aus. In seinem Vortrag stellte er die Chancen für Unternehmen durch digitales Marketing vor und die Werkzeuge, mit denen Betriebe online beworben werden können.

Das Suchverhalten der Kunden hat sich in den letzten Jahren sehr verändert. Gelbe Seiten, Zeitungsanzeigen? Allein hierüber ist Neukundengewinnung für einen Betrieb nicht mehr zeitgemäß. Kunden suchen im Internet. Dies beweisen neueste Studien täglich in den Medien. Wird der Betrieb gefunden? Da, wo Kunden suchen? Denn, ist ein Betrieb nicht im Internet auffindbar, laufen 50% der Kunden an einem vorbei. Und gehen zu einem Mitbewerber.

„Mal eben“ sei der Irrtum vieler Unternehmen, wenn es um das digitale Marketing gehe. Es erstes müsse das Ziel und die Strategie für ein Unternehmen festgelegt werden, an denen sich die weitere Umsetzung orientiere. Wichtige Punkte seien die Festsetzung der Zielgruppe, die genutzten Informationskanäle und die Gestaltung und Realisierung der Webseite. Damit einher gehe die Ausrichtung auf Crawler-Algorithmen der Suchmaschinen und betriebene Kampagnen über Werkzeuge wie Google Analytics, AdWords. Eine regelmäßige Erfolgskontrolle sei unerlässlich.

Durch den Abend führte Ralf Laskowski von Radio Emscher Lippe. Im Anschluss an die Podiumsrunde ließen Gäste und Publikum den Abend bei einem regen Get-together ausklingen. Hier wurden zahlreiche Unternehmenskontakte geknüpft und erneuert.

WiN-Präsidium verurteilt Vorgänge des Unternehmens Wellpappe Gelsenkirchen

Resolution zum unsozialen Vorgehen bei der Werksschließung des Standorts Gelsenkirchen

RECKLINGHAUSEN. Empört hat das Präsidium der regionalen Wirtschaftsförderungsgesellschaft WIN Emscher-Lippe GmbH auf die Vorgänge im Unternehmen „Wellpappe Gelsenkirchen“ reagiert und in einer Resolution die Vorgehensweise des Eigentümers verurteilt.

Die Geschäftsleitung des Unternehmens hatte völlig unerwartet, aber offenbar gut vorbereitet, die Mitarbeiter am 31. Oktober während eines betrieblichen Brückentages per Boten zu Hause über die Freistellung benachrichtigt. Zeitgleich hatte das Mutterunternehmen „Papierfabrik Palm GmbH & Co KG“ alle Hinweise auf den Standort Gelsenkirchen von der eigenen Internetseite löschen lassen.

Gelsenkirchens Oberbürgermeister Frank Baranowski und DGB-Chef Dr. Josef Hülsdünker berichteten im Präsidium der WIN Emscher-Lippe über diese „Nacht-und-Nebel-Aktion“, mit der 96 teils langjährigen Mitarbeitenden sowie dem Betriebsrat ohne jegliche Vorwarnung das Betreten des Werksgeländes schriftlich untersagt wurde – während Insolvenz beantragt wurde.

„Ein Wachdienst patrouilliert hinter dem Werkszaun, der noch durch eine weitere vorgelagerte Absperrung gesichert wurde, damit kein Beschäftigter mehr seinen Fuß auf das Werksgelände setzten kann. Die Beschäftigten samt Betriebsrat stehen vor dem Werkstor, fassungslos und wütend. Außerdem haben sie schon das Oktobergehalt nicht mehr erhalten“, berichtete Josef Hülsdünker. Sogar dem Insolvenzverwalter sei zunächst der Zutritt verweigert worden, so dass Unklarheit darüber bestehe, wie viel Vermögen noch in dem Unternehmen vorhanden ist.

Gelsenkirchens Oberbürgermeister Frank Baranowski berichtet über sein ergebnislos verlaufendes Gespräch mit dem Eigentümer Dr. Wolfgang Palm, bei dem sich der Eindruck verfestigte, dass der Eigentümer die Standortschließung gezielt vorbereitet hat, um die Belegschaft und ihrem Betriebsrat keinerlei Handlungsspielraum zu lassen. „Es ist unanständig, wie Herr Dr. Palm moralische und rechtliche Grundlagen sowie die soziale Verantwortung eines Unternehmers schlicht ignoriert“, sagte Baranowski.

Landrat Cay Süberkrüb, zugleich Aufsichtsratsvorsitzender der regionalen Wirtschaftsfördergesellschaft WIN Emscher-Lippe GmbH, nahm die Berichte zum Anlass, eine gemeinsame Resolution des Präsidiums herbeizuführen, in der das Vorgehen des Eigentümers gegen Beschäftigte und Betriebsrat verurteilt und öffentlich gemacht wird. „Wir wollen zeigen, dass dieses Arbeitgeberverhalten in unserer Region unerwünscht ist, und erreichen, dass sich andere Arbeitgeber von diesem Vorgang distanzieren“, sagte Süberkrüb. Bei einer Enthaltung unterstützt das Präsidium diese Resolution.

 

RESOLUTION

WIN Emscher-Lippe – Präsidium verurteilt die Umstände der
Werksschließung „Wellpappe Gelsenkirchen“ durch den Eigentümer Palm

Das Präsidium der WIN-Emscher-Lippe verurteilt in scharfer Form die Art und Weise der Schließung des Unternehmens „Wellpappe Gelsenkirchen GmbH“. Die Umstände der Freisetzung der 96 überwiegend langjährig Beschäftigten, das Betretungsverbot des Firmengeländes für die Beschäftigten und den Insolvenzverwalter sowie die schwerwiegende Missachtung der Rechte des Betriebsrates sind mit dem deutschen Sozialstaatsmodell und dem Grundgesetz sowie dem Betriebsverfassungsrecht unvereinbar. Das Vorgehen des Eigentümers, Herrn Dr. Palm, muss öffentlich bekannt gemacht und verurteilt werden, um Nachahmer von einem solch unsozialen Verhalten abzuschrecken.

Die Beschäftigten widerruflich freizustellen, um ihnen den Weg zum Arbeitslosen- bzw. Insolvenzgeld zu verstellen, ist deshalb besonders unanständig, weil der Eigentümer in einem Telefonat mit Gelsenkirchens Oberbürgermeister den Eindruck erweckt hat, dass dieses Unternehmen nie wieder die Produktion aufnehmen wird.

Das Präsidium verurteilt dieses Vorgehen des Eigentümers, der über weitere, profitable Unternehmen verfügt und diese Insolvenz offenbar bewusst herbeigeführt hat. Es hofft auf eine rasche gerichtliche Überprüfung sämtlicher Vorgänge, die zu dieser Insolvenz geführt haben. Die Nichtbeachtung des Betriebsverfassungsgesetzes muss darüber hinaus im Lichte des Strafrechts bewertet werden.

Das Präsidium der WiN Emscher-Lippe GmbH

 

Auftakt für Dorsten im „InnovationCity roll out“

Startschuss im Quartier Wulfen-Barkenberg

DORSTEN. Der „InnovationCity roll out“ hat heute in einem weiteren Quartier offiziell begonnen: Bürgermeister Tobias Stockhoff verkündete den Startschuss in Dorsten Wulfen-Barkenberg. Gemeinsam mit Burkhard Drescher, Geschäftsführer der Innovation City Management GmbH, sowie Holger Lohse, Technischer Beigeordneter der Stadt Dorsten, stellte Bürgermeister Stockhoff das Projekt und die Zielsetzung der Öffentlichkeit vor. In enger Kooperation mit der Stadtverwaltung und weiteren Akteuren aus der Stadt und dem Quartier entwickelt die Innovation City Management GmbH (ICM) in den folgenden sechs Monaten ein integriertes Quartierskonzept für Wulfen-Barkenberg.

Darin enthalten sind verschiedene Bausteine, die für eine erfolgreiche Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen notwendig sind. Neben der Grundlagenermittlung stehen das energetische Sanierungskonzept und das Energieversorgungskonzept im Zentrum der fachplanerischen Arbeit. Gleichzeitig werden für das Quartier ein Akteursaktivierungs- und Kommunikationskonzept entwickelt. „Der Start des InnovationCity-Prozesses in Wulfen-Barkenberg ist ein wichtiger Schritt in Richtung eines klimagerechten Stadtumbaus“, erklärt Bürgermeister Stockhoff. „Wir haben bereits in den vergangenen Jahren verschiedene Maßnahmen in der Stadt und mit dem 2006 in Barkenberg begonnenen Stadtumbau insbesondere auch im Quartier umgesetzt. Das nun zu entwickelnde integrierte Quartierskonzept schließt daran an und ebnet unter anderem den Weg hin zu einer zukunftsfähigen und emissionsarmen Energieversorgung in Wulfen-Barkenberg“.

Das Quartier Wulfen-Barkenberg
Die “Neue Stadt Wulfen” war ein ab 1958 von Bund und Land NRW gefördertes städtebauliches Modellvorhaben. Die Siedlung mit heute ca. 8.400 Einwohnern ist durch eine Vielzahl an Bauformen und -typen im Ein-/Zweifamilienhausbereich geprägt, punktuell durchsetzt mit mehrgeschossigem Wohnungsbau sowie einer elektrischen Energieversorgung. Die Wohngebäude der überwiegend standorttreuen (Pionier-)Bevölkerung entsprechen weitgehend einem bau- und energietechnischen Standard der 1960er- und 70er-Jahre. In den vor allem auf Gebäuderückbau, Wohnumfeldverbesserung und private Modernisierungsmaßnahmen orientierten Stadtumbau der Jahre 2006 bis 2014 wurde die auf Nachtspeicherstrom basierende Energieversorgung der Siedlung nicht einbezogen. Das städtebauliche Erneuerungsziel besteht somit auch darin, die energietechnische Infrastruktur und die Energieversorgung des Wohnquartiers der Bebauungsstruktur anzupassen, den gebäudebezogenen Energiebedarf zu minimieren und das durchgrünte Wohnquartier mit einer engagierten Bevölkerung durch einen generationen- und klimagerechten Stadtumbau weiter aufzuwerten.

Umsetzung angestrebt
Dorsten Wulfen-Barkenberg bildet zusammen mit Herne Zentrum / Altenhöfen die zweite Runde im insgesamt 20 Quartiere umfassenden ICro, in denen nun ein Konzept zur Steigerung der Energieeffizienz und zur ganzheitlichen Quartiersentwicklung erstellt wird. Zuvor startete der ICro bereits in Gladbeck und Hamm. „Mit der Erstellung des Konzepts schaffen wir die Grundlage, um Wulfen-Barkenberg ganzheitlich und nachhaltig zu entwickeln“, erklärt Burkhard Drescher, Geschäftsführer der ICM. „Allerdings ist das Konzept allein nicht ausreichend. Nur eine anschließende Umsetzungsphase kann auch einen echten Erfolg gewährleisten.“ So soll nach der sechsmonatigen Konzeptphase eine Vereinbarung zwischen der Stadt, ICM und allen Beteiligten im Quartier unterzeichnet werden. Diese stellt sicher, dass die entwickelten Maßnahmen im Rahmen einer ganzheitlichen Quartiersentwicklung gemeinsam realisiert werden.

Quelle: Pressemitteilung der Innovation City Management GmbH vom 31.10.2016

Weitere Informationen zum Förderprojekt finden Sie hier.

logos-regio.nrw-icro-untereinander

Kreis Recklinghausen gewinnt Deutschen Lokalen Nachhaltigkeitspreis

ZeitzeicheN-Preis geht an KLIMA-Kooperationsprojekt für Auszubildende

RECKLINGHAUSEN. Der Kreis Recklinghausen und sieben kreisangehörige Städte haben mit ihrem interkommunalen KLIMA-Projekt für Auszubildende den Deutschen Lokalen Nachhaltigkeitspreis ZeitzeicheN in der Kategorie „Kommunen“ gewonnen. Der Preis würdigt innovatives und langjähriges Engagement für eine zukunftsfähige Entwicklung.

Unter dem Motto „Die klimafreundliche Verwaltung von morgen gestalten – Wie zukunftsvest ist unsere Verwaltung?“ (abgeleitet von Vest Recklinghausen) verfolgt das Kooperationsprojekt das Ziel, die Auszubildenden für den Klimaschutz zu sensibilisieren und sie in die Bemühungen zur Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen in den Verwaltungen einzubeziehen. Beteiligt waren an dem Kooperationsprojekt neben dem Kreis Recklinghausen die Städte Castrop-Rauxel, Dorsten, Haltern am See, Gladbeck, Marl, Oer-Erkenschwick und Recklinghausen.

Im Rahmen der Klimawoche „Klimametropole Ruhr 2022“ waren die Auszubildenden eingeladen, gemeinsam zu diskutieren und Vorschläge zur Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen für die Verwaltungen zu erarbeiten. Mit Unterstützung der Natur- und Umweltschutz-Akademie NRW wurden mehrere Seminare veranstaltet, unter anderem zu Klimawandel, nachhaltiger Entwicklung in NRW, nachhaltigem Wirtschaften und Konsum und klimaneutraler Verwaltung sowie zur Entwicklung einer Handlungsstrategie zur Umsetzung einer Klimakampagne in der Verwaltung. Die Auszubildenden haben im Rahmen der praktischen Ausbildungsabschnitte erste Ideen für das unmittelbare dienstliche Umfeld ihres Verwaltungsbereiches entwickelt, die im Wettbewerb „Klimaaktive Kommune“ sowie im Verbesserungsvorschlagswesen ihrer Verwaltung eingereicht wurden.

Quelle: Pressemitteilung Kreis Recklinghausen, 02.11.2016