Dr. Auma Obama bei der Abschlussveranstaltung von ZukunftsBande Emscher-Lippe in Recklinghausen. Foto: Eric Jobs.

Gemeinsam lernen statt Fachkräftemangel

ZukunftsBande feierte den zweiten erfolgreichen Projektdurchlauf – Dr. Auma Obama betont die Vorteile des gegenseitigen Lernens

RECKLINGHAUSEN. Das innovative Format des Programms „ZukunftsBande EmscherLippe – hier geht’s lang!“ feierte heute auf Einladung der WiN Emscher-Lippe GmbH und der Zukunftsstiftung Bildung in der GLS Treuhand mit Teilnehmer*innen und prominenten Gästen in Recklinghausen den zweiten erfolgreichen Projektdurchlauf. Dr. Auma Obama, Vorsitzende der Auma Obama Foundation Sauti Kuu, betonte die vielen Vorteile des gegenseitigen Lernens für Schüler*innen, Coachs, Unternehmen und Schulen und ermutigt zur Nachahmung.

Viele Wirtschaftsunternehmen beklagen einen Mangel an Fach- und Nachwuchskräften. Auf der anderen Seite stehen Schüler*innen, denen es an gesicherten beruflichen Zukunftsperspektiven und Orientierung fehlt. Das Programm Zukunftsbande bringt diese beiden Gruppen zusammen. Als sogenannte Zukunftscoachs fungieren Auszubildende, Berufsanfänger und Studierende beteiligter Unternehmen und Institutionen. Sie treffen sich regelmäßig über ein Schuljahr lang und planen mit den Schülerinnen und Schülern als deren Vorbild und Impulsgeber die nächste Bildungsphase.

Insgesamt nahmen bereits 160 Schüler*innen und 80 Zukunftscoachs aus Schulen, Universitäten und Unternehmen der Region erfolgreich am Programm „ZukunftsBande“ teil. Viele der beteiligten Institutionen stehen bereits für das Folgejahr in den Startlöchern.

Das begrüßte auch Cay Süberkrüb, Landrat des Kreises Recklinghausen: „Das Programm ist für unsere Region ein toller Impulsgeber mit Vorbildfunktion. Es ist der richtige Schritt, um Wirtschaft und Schüler*innen auf Augenhöhe ins Gespräch und gegenseitige Lernen zu bringen.“

„Es reicht nicht benachteiligten Menschen zu helfen, indem man ihnen nur Geld gibt,“ betonte Dr. Auma Obama. Und weiter „Genau so wichtig ist es ihnen einen Raum zu schaffen, indem sie sich frei entfalten können.“

Das gelingt besonders durch das sogenannte Peer-Learning, welches ein wichtiger Bestandteil in der Zukunftsbande ist. „Das Konzept des gegenseitigen Lernens in Altersgruppen schafft für alle Teilnehmer*innen nachweislich eine Win-Win-Situation. Wenn Jugend von Jugend lernt, dann profitieren alle gemeinsam für Schule, Leben und Beruf.“ so Matthias Riepe, Geschäftsführer der Zukunftsstiftung Bildung in der GLS Treuhand.

Erst die breite Einbindung aller Beteiligten lässt diesen Peer-Learning-Ansatz in der ZukunftsBande so erfolgreich wirken. Susanne Blasberg-Bense, Leiterin der Abteilung 3 im Ministerium für Schule und Bildung, dazu: „Es ist ein großer Gewinn für das Projekt, dass es uns gelungen ist für den nächsten Durchgang die Berufskollegs einzubinden. So gewährleisten wir einen wirklichen Transfer guter Erfahrungen im Projekt. Denn es sind unsere Berufskollegs, die den Kontakt zu den Auszubildenden sowie zu den Betrieben haben.“

Auch für die Unternehmen sieht Bernd Groß als Geschäftsführung der WiN Emscher-Lippe einen großen Mehrwert: „Unsere Region ist weiterhin mitten im Wandel. Viele neue Arbeitsfelder entstehen, die nun als Berufsperspektive an die Folgegeneration übermittelt werden müssen.“ Groß stellte weiter fest: „Die ZukunftsBande ist mit ihrem Konzept das notwendige Bindeglied um auch in Zukunft ausreichend Fachkräfte für Unternehmen und Region gewinnen zu können!“

Das dritte Folgeprogramm startet zum Schuljahresbeginn im September 2018. Interessierte Unternehmen, Schulen und Universitäten können sich noch bei der Projektleiterin Sophie Löhlein (sophie.loehlein@gls-treuhand.de, 0234 5797-5781) bewerben.

Über das Programm „ZukunftsBande EmscherLippe – hier geht’s lang!“ 
Projektträger des Programms ist die Wirtschaftsförderung Emscher-Lippe GmbH. Für die Durchführung ist die Zukunftsstiftung Bildung in der GLS Treuhand verantwortlich. Das Programm wird gefördert durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie sowie durch das Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen. Weitere Informationen zum Projekt sowie zu den beteiligten Unternehmen und Einrichtungen finden Sie unter www.zukunftsbande.de.

Zur Person Dr. Auma Obama 
Dr. Auma Obama wurde in Kenia geboren und wuchs dort auf. Sie lebte und arbeitet in Deutschland und Großbritannien bevor sie in Kenia für die Hilfsorganisation CARE das Programm „Sport for Social Change“ leitete bis sie ihre eigene Stiftung, Auma Obama Foundation Sauti Kuu, gründete. Neben zahlreichen ehrenamtlichen Positionen und Tätigkeiten in Organisationen in Deutschland und Kenia ist Dr. Auma Obama eine international gefragte Botschafterin zum Thema ökologische, ökonomische und soziale Nachhaltigkeit.

Über die WiN Emscher-Lippe GmbH
Die WiN Emscher-Lippe GmbH ist eine regionale Wirtschaftsförderungsgesellschaft zur kommunalen Wirtschaftsförderung, zu den Kammern und zur Wirtschaftsförderung metropoleruhr. Die WiN Emscher-Lippe GmbH versteht es nicht nur als ihre Aufgabe, den Strukturwandel in der Emscher-Lippe-Region kreativ zu gestalten und dabei die regionale Wirtschaftsstruktur zu stärken, sondern ist vor allem regionale Klammer und Interessenvertretung gegenüber der Landesregierung. Angesichts der gewaltigen Herausforderungen – Bergbaurückzug, demografischer Wandel, finanzielle Situation der Kommunen – ist die Region auf die Unterstützung von Landes-, Bundes- und EU-Mitteln angewiesen.

Über die Zukunftsstiftung Bildung in der GLS Treuhand 
Die Zukunftsstiftung Bildung hat die Erneuerung von Bildung in Kindergärten und Schulen sowie in außerschulischen Einrichtungen und Ausbildungen zum Ziel. Hierfür unterstützt sie Konzepte und Methoden, die eine individuelle Entwicklung von jungen Menschen fördern, damit diese sich zu freien und verantwortungsbewussten Persönlichkeiten entfalten können. Ziel ist, dem oder der Einzelnen zu ermöglichen, aus sich selbst heraus Interesse, Engagement und Verantwortung für das gesellschaftliche Gemeinwohl zu entwickeln.